eWorkshop MaRisk-Novelle | Teil 1
Die MaRisk-Novelle 2026 hat für die Kreditwirtschaft eine besondere Bedeutung, weil sie den nationalen Regulierungsrahmen für das Risikomanagement grundlegend weiterentwickelt. Mit der 9. MaRisk-Novelle verfolgt die deutsche Finanzaufsicht vor allem das Ziel, die Anforderungen wieder stärker prinzipienbasiert auszugestalten, die Komplexität des Regelwerks zu reduzieren und den Proportionalitätsgrundsatz deutlicher zu verankern. Für die MaRisk-Anwender bedeutet dies einerseits mehr Gestaltungsspielräume für eine verhältnismäßige Umsetzung, andererseits aber auch eine höhere Verantwortung, die gewählten Prozesse, Kontrollen und Erleichterungen nachvollziehbar zu begründen und zu dokumentieren.
Im ersten eWorkshop „MaRisk-Novelle“ vom 24. Juni 2026 wurden die wesentlichen Inhalte und Neuerungen der Novelle systematisch aufgearbeitet. Im Mittelpunkt stand dabei die Analyse der Änderungen anhand des Konsultationsentwurfs der BaFin vom 1. April 2026, einschließlich der geplanten Anpassungen bei den Themen Proportionalität, Institutsklassifizierung, Governance, Risikoinventur, Risikotragfähigkeit und Stresstests sowie weiteren aufsichtsrechtlich relevanten Anforderungen. Die Teilnehmenden erhielten damit einen strukturierten Überblick darüber, welche Regelungsbereiche angepasst werden sollen und welche praktischen Auswirkungen sich daraus für die Institute ergeben können.
Für die Mitglieder lag der besondere Nutzen des eWorkshops, der in Kooperation mit KPMG durchgeführt wurde, darin, frühzeitig eine Orientierung für die eigene Umsetzungsplanung zu erhalten. Dabei wurden unter anderem Empfehlungen für die Analyse institutsspezifischer Handlungsbedarfe, die Priorisierung der betroffenen Themenfelder und die Vorbereitung auf die Umsetzung von Neuerungen gegeben. Darüber hinaus bot der eWorkshop eine Einschätzung zur voraussichtlichen Veröffentlichung der finalen MaRisk-Neufassung und damit einhergehend zum voraussichtlichen Umsetzungszeitraum.